Fotowettbewerbe

Mittlerweile gibt es eine wirklich große Anzahl an Fotowettbewerben weltweit. Viele davon sind international. Manche sind sehr spezifisch, andere wiederum bedienen jede Kategorie der Fotografie. Warum nehmen Menschen an Fotowettbewerben teil? Hobbyfotografen wollen sehen, wo sie stehen, wie gut sie mit ihrer Leidenschaft auf dem internationalen Parkett sind. Für professionelle Fotografen ist die Teilnahme und ggfs. eine Platzierung oder Honorable Mention Teil der Reputation, mit der sie Werbung für sich machen bzw. Vertrauen beim potenziellen Kunden schaffen. Fotowettbewerbe können auch Reichweite und Presse bedeuten. Es gibt viele unterschiedliche Wettbewerbe und man sollte genau darauf achten, an welchen Wettbewerben man teilnimmt.

Ein internationales Verzeichnis listet 322 aktive Fotowettbewerbe/Open Calls allein für 2026. Dazu kommen lokale und nationale Wettbewerbe, Fotoclub-Salons, wiederkehrende monatliche Wettbewerbe, Museums- und Institutionen-Awards, Nachwuchspreise usw. Aber ist eine Platzierung bei all diesen Wettbewerben gleich viel „wert“?
Nicht jeder Wettbewerb ist für jeden Fotografen gemacht. Das liegt in der Natur der Dinge, wenn man die unterschiedlichen Kategorien betrachtet: Wildlife, Architektur, Street, Fine Art, um nur einige zu nennen. Es gibt Wettbewerbe, die nur für eine dieser Kategorien einen Wettbewerb mit entsprechenden Unterkategorien ausloben, z. B. der OPY Award (Ocean Photographer of the Year), einer der renommiertesten und prestigeträchtigsten Wettbewerbe für Meeres- und Unterwasserfotografie. Wie also auswählen?
Zunächst einmal kommt es wirklich auf das Ziel an. Hier sollte man ehrlich sein, denn einfach mal an einem Wettbewerb teilnehmen bedeutet, gegen Bares ein Bild einzureichen. Für semiprofessionelle oder professionelle Fotografen bedeutet es, eine Serie eines Themas einzureichen. Die Definition „Serie“ ist in jedem Wettbewerb anders. Es können ab 3 Fotos sein, Sony zum Beispiel definiert eine Serie zwischen 5 und 10 Bildern.
Üblicherweise stellt jeder Ausrichter eine renommierte Fachjury für sein Vorhaben zusammen. Diese
![Quelle: Google, 2026. Gemini. [Computerprogramm]. Version vom 1. Nov. 2026. Verfügbar unter: google.com [Zugriff am: 1. Nov. 2026].](https://static.wixstatic.com/media/36e0ec_92b034b4233d4b3eb2a956ff5de9af83~mv2.png/v1/fill/w_980,h_603,al_c,q_90,usm_0.66_1.00_0.01,enc_avif,quality_auto/36e0ec_92b034b4233d4b3eb2a956ff5de9af83~mv2.png)
kann auf der Website des Veranstalters eingesehen werden, idealerweise inklusive Kurzbiografien. Die Jury setzt sich nicht aus Laien der Semi-professionellen zusammen, sondern aus hochkarätigen Fotografie-Experten, Museumskuratoren, Experten auf dem Gebiet des Genres und Artdirektoren. So ist z. B. beim Architecture MasterPrize (AMP) eine Architektin, ein Architekturprofessor und Leiter von Design Centern unter der vielköpfigen renommierten Jury. Ist bei einem Wettbewerb die Jury nicht einzusehen, würde ich von der Teilnahme abraten.
Weiter kommt es ebenfalls darauf an, wie hoch die Teilnahmegebühr ist und was der Wettbewerb Finalisten und Gewinnern bietet. Letzteres sollte man ganz genau lesen. Ich habe dieses Jahr diverse Preise und Honorable Mentions gewonnen, aber der Nutzen besteht lediglich in einer virtuellen Plakette, die ich für meine Website nutze. Ein Kategorie-Gewinner ist noch kein „Overall“-Gewinner. Für Letzteres gibt es meistens Geldpreise oder aber eine hochwertige Ausrüstung oder Gutscheine und natürlich auch mehr mediales Interesse. Es gibt auch Wettbewerbe, die eine Ausstellung mit den Gewinnerbildern ausrichten und zusätzlich noch ein Fotofestival in der Gastgeberstadt. Das Siena Awards Photo Festival möchte ich hier als ein Beispiel nennen. Die Stadt richtet einmal im Jahr ein 7-wöchiges Ausstellungsfestival mit Talks usw. aus, die Preisverleihung ist allerdings nur ein einzelner Termin und dort werden den Anwesenden Gewinnern (auch 2. + 3. Platz) Trophäen verliehen. Allerdings wird diese Trophäe nicht zugeschickt, sondern nur bei Anwesenheit auf dem Festival ausgehändigt. Für die Anreisenden gibt es einen Zuschuss für den Aufenthalt, der jedoch die gesamten Reisekosten nicht abdeckt.

Die meisten Wett-bewerbe sind kosten-pflichtig. Ich persönlich kenne nur zwei Wettbewerbe, die es nicht sind. Einer davon ist der CEWE Fotowettbewerb. 2023 habe ich mir dort einen Account eingerichtet und mir die Einreichungen über ein paar Tage angesehen und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass ich – Entschuldigung an CEWE vorab – dort meine Perlen nicht vor die Säue werfe. 2025 gab es insgesamt 656.738 eingereichte Fotos aus 153 Ländern. Ein Rekord. Das freut mich für CEWE, aber man muss sich auch fragen: Findet CEWE dann noch die guten Fotos oder schaut man bei der Masse über einiges rüber? Der Wettbewerb findet alle 2 Jahre statt und 2025 hat ein Fotograf aus Zypern mit einer fantastischen Makroaufnahme gewonnen, die zwei Gottesanbeterinnen in tänzerischer Pose zeigt. Der Preis, den CEWE auslobt, ist toll.
Zusammenfassend kann ich nur raten, sich vorab dringend darüber klar zu werden, für welchen Zweck man an einem Fotowettbewerb teilnehmen möchte und dann strategisch die Wettbewerbe auszusuchen, die für diesen Zweck tatsächlich in Frage kommen. Bitte unbedingt immer die Teilnahmebedingungen checken, denn es gibt einige schwarze Schafe, aber manchmal einfach nur ungeahnte Überraschungen. Alles in allem wünsche ich denjenigen, die es anstreben, viel Erfolg!




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